Referenzobjekte

Schwingungstechnik

 

 

Menschen, die auf einer Fußgängerbrücke gehen oder laufen, üben auf das Bauwerk eine "dynamische" Belastung aus. Diese menschlichen Bewegungen können allerdings nur in extremen Fällen zur Gefährdung der Tragsicherheit der Brücke führen. So geschah es beispielsweise, dass im Jahr 1831 eine eiserne Brücke in Broughton einstürzte, als 60 Soldaten im Gleichschritt über die Konstruktion marschierten.

Dass schon geringe Bewegungen des Bauwerks ein subjektives Unwohlsein beim Menschen hervorrufen können, belegt auch das Fallbeispiel der Londoner Millenium-Brücke, entworfen vom Architekten Sir Norman Foster. Das 350 m lange und etwa 29 Millionen teuere Fußgängerbauwerk zwischen der St. Pauls Kathedrale in der Londoner City und dem Museum Tate Modern am Südufer der Themse musste übrigens schon drei Tage nach seiner Eröffnung am 10. Juni 2000 wieder geschlossen werden, weil es unter den Schritten von mehreren hundert Menschen alarmierend zu schwingen begonnen hatte.

Die physikalische Erscheinung einer Schwingungsresonanz ist bei Fußwegbrücken auf jeden Fall zu vermeiden. Aus diesem Grund muss die Eigenfrequenz der Brücke so abgestimmt werden, dass sie nicht in die Bereiche der Geh- und Lauffrequenzen des Menschen fällt
.

 

Im Fall der Stahlbrücke über die A9, südlich von Bayreuth, wurde der Thematik von der Autobahndirektion Nordbayern Rechnung getragen.

 

Einheben der Brücke

 

Rechts: Messung der Eigenfrequenz

(Anregung durch Studenten der FH Würzburg)

 

Die IBAS Ingenieurgesellschaft mbH wurde dabei mit der messtechnischen Ermittlung der Eigenfrequenz der Brücke und dem Bau von Schwingungstilgern beauftragt. Zwei Tilger, mit einer Gesamtmasse von ca. 2,8 t, wurden so als Masse-Federsystem abgestimmt und mit der Brücke gekoppelt, dass sich die Schwingungen des Tilgers im Fall der "Tilgung" in Gegenphase zu den Schwingungen der Brücke befinden. Die möglichen Schwingungen werden dann weitgehend bedämpft.

-